Am Freitag, den 26.09.2025, startete erstmals eine umfassende Bestandsrevision im Bauaktenarchiv der Stadt Nordhausen durch die Fachfirma ARCHIVALISM. Die Bauakten in Zuständigkeit des Bauordnungsamtes, einige Regalmeter liegen auch schon seit längerem im Stadtarchiv, beinhalten tausende von historischen und laufenden Bauanträgen, Plänen und zugehörigem Schriftverkehr aus den Jahren ca. 1830 bis 2025. Insbesondere der Bestand der historischen Bauakten der Stadt aus ca. 1830 bis 1990 ist über die Jahre mangels Personal und Zeit konservatorisch vernachlässigt worden. Er ist zwar durch Auslagerung 1944/1945 teilweise und im Unterschied zu großen Teilen des städtischen Archiv- und des laufenden Verwaltungsschriftgutes erhalten geblieben, aber durch – aus heutiger Sicht mangelnde Bestandserhaltungsmaßnahmen – geschädigt worden.

Seit der Unterbringung der Bauakten nach 1945 in einem ehemaligen Luftschutzkeller, ist deren langfristige Erhaltung und Benutzung durch die unzureichenden klimatischen und archivfachlichen Umstände gefährdet. Starkregen, Baufeuchte, Klimaschwankungen und die Masse des aufgelaufenen Schriftgutes verlangten dringend nach einer umfassenden Revision. Zwar sind sind die Raumverhältnisse in Nordhausen nicht so brandgefährlich, wie man es 2025 im Magdeburger Stadtarchiv entdecken musste. Dennoch: zeitgemäße Bestandserhaltung des baulichen Stadtgedächtnisses kann nur in anderen, fachlich geeigneten Räumlichkeiten und mit sachgemäßem Personalaufwand gewährleistet werden. Auch kann zielsichere Ordnung und digitale Sicherung, wie sie z.B. beispielhaft im Stadtarchiv Jena erfolgt, nur nach Klarheit über Umfang, Informationswert, Schutz- und Konservierungsbedarf angegangen werden.
Aufgrund eines Förderantrages des Stadtarchivs aus 2024 konnte die Bestandsrevision im Herbst 2025 im Rahmen eines mit 6.000 Euro durch das Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur und seitens der Stadt Nordhausen mit über 10.000 Euro Eigenmitteln kofinanzierten Projektes beginnen. Doch die schiere Masse der Akten war enorm, es hat gedauert…
Nun hat aber die beauftragte Firma den Abschlussbericht vorgelegt, die Bauakten auf über 30 S. detailliert und vollständig analysiert sowie ein Schadensgutachten für die Sicherung dieses Bestandteils des kommunalen Gedächtnisses vorgelegt. Doch nun sollte die eigentliche Arbeit den nächsten Schritt gehen, Auswertung, Einwerbung nötiger Mittel, Start von Konservierungsmaßnahmen und Beauftragung von Restaurierungen, die als unvermeidlich bezeichnet wurden. Man darf gespannt sein, was die Stadtverwaltung 2026-2027 davon angehen kann und wird. Zudem ist ja langfristig ein Umzug geplant, da gibt es mehr als genug zu tun.