Das Stadtarchiv bereitet sich in größeren Schritten darauf vor, ab Herbst 2026 in einem größeren Projektrahmen – zusammen mit anderen Partnern unter der Ägide der Leipziger Universitätsbibliothek – Pergamentmakulaturen erschließen, digitalisieren und erforschen zu lassen – mit ausgewiesenen Partnern bis zur Online-Stellung.
Ouf, der federführende Partner hat jüngst nach umfassenden Vorbereitungen den Förderantrag bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft gestellt. Dabei wird eine in Aussicht gestellte Förderung von Digitalisierungskosten durch die Friedrich-Christian-Lesser-Stiftung entscheidend helfen! Aber worum geht es überhaupt?
„Perga… – Was ?“ … werden Sie fragen ?! Handschriften, gar „Pergamentmakulaturen“ ? Nun, Handschriften ist nicht so unverständlich, doch Pergamentmakulaturen sind Reste mittelalterlicher Handschriften oder handschriftlich geschriebener Bücher auf Pergament, die zerschnitten und in späteren Zeiten – zumal seit Beginn des Buchdrucks – von Buchbindern zur Verstärkung der Einbandrücken oder großflächigen Einbandvorder- und -rückseiten verwendet wurden. Umnutzung wertvollen Materials, nachhaltig und kostensparend eben und ganz konkret, weil man neueste Techniken nutzen wollte und meinte, die ‚alten Sachen‘ nicht mehr zu brauchen. Sehr zeitgemäß, wie ?!


Die neu eingebundenen Bücher oder jedenfalls ihre Texte gibt es inzwischen meist hundert- oder tausendfach, da eben gedruckt. Doch die kleinen verwendeten Pergamentschnipsel sind handgeschrieben und – vielleicht – einzigartige Zeugnisse inzwischen längst verschwundener Manuskripte aus Nordhäuser Klöstern, Kirchen, Privatbesitz oder gar … der alten Königsburg ? Solcherlei wird weltweit gesucht und teilweise auch teuer gehandelt, wertvoller also, als manch dicker Wälzer etwa aus Luthers Zeiten.
Neugierig ? Dann berichten wir demnächst gerne mehr, falls neben all den anderen Kernaufgaben dieses Archivs denn noch Zeit dazu bleibt. Erst einmal müssen wir einen fähigen und kostengünstigen Restaurator finden, der die Pergamente in aller vorsichtig von jenen Drucken so ablöst, daß sich die einschlägige Wissenschaft auch – beidseitig – damit beschäftigen kann, digital, versteht sich. Aber das ist längst unterwegs und wurde ja schon in 2025 beauftragt, damit das Projekt seitens des Stadtarchivs Nordhausen fristgemäß starten kann!